Der Circularity Canvas
eine zirkuläre Supply Chain entlang aller Wertschöpfungsstufen entwickeln


Übersicht
Beschreibung der Lehraktivität
Die Lehraktivität macht aus der Course-Work des Moduls ein durchgängiges Semesterprojekt. Zu Beginn wählt jedes Zweierteam eine Branche und zwei Unternehmen, die über ihre Aktivitäten im Bereich Circular Economy berichten. Jedes Team erhält einen leeren Circularity Canvas: ein Poster, dessen Spalten die sechs Stufen der Wertschöpfungskette abbilden und dessen Zeilen die R-Strategien in den drei Logiken Narrow, Slow und Close gruppieren.
Der Canvas bleibt zunächst leer und wird Sitzung für Sitzung gefüllt. Jede Einheit schließt mit einer kurzen Werkstattphase, in der die Teams genau die Stufe bearbeiten, die inhaltlich gerade behandelt wurde: Die Beschaffungsstufe entsteht in der Sitzung zu Sustainable Procurement, die Transportstufe in der Sitzung zu Sustainable Logistics, die Nutzungsphase im Selbststudium zu Sustainable Marketing (Guided Self-Study) etc. Befunde werden auf Moderationskarten in vier Farben notiert – Aktivität des Unternehmens, Quelle und Evidenzgrad, Barriere, offene Frage –, jeweils in zwei Handschriften, damit der Vergleich der beiden Unternehmen im selben Feld sichtbar bleibt. Erst am Ende ist die Kette vollständig, und die leer gebliebenen Felder sind didaktisch genauso wertvoll wie die gefüllten: Sie zeigen, worüber Unternehmen nicht berichten.
Fester Bestandteil jeder Werkstattphase ist der Rollentausch. Nach 10 Minuten wechselt je ein Teammitglied zu einem anderen Team und übernimmt dort eine Stakeholder-Rolle: NGO, Regulierungsbehörde, Investorin, Endkundin oder Lieferant aus einem Tier-2-Land. Aus dieser Rolle heraus wird eine einzige kritische Frage an die eingetragenen Behauptungen gestellt – woher stammt die Zahl, gilt sie für das gesamte Sortiment oder nur für eine Produktlinie, welche Stufe der Kette bleibt unerwähnt etc. Aussagen, die dieser Prüfung nicht standhalten, erhalten einen roten Punkt. Damit wird die Eingangsfrage der ersten Sitzung, woran sich echte Nachhaltigkeit von Marketing unterscheiden lässt, nicht einmal diskutiert, sondern über das ganze Semester hinweg praktisch eingeübt.
Verknüpfung mit der Prüfungsleistung
Der Canvas ist kein zusätzliches Artefakt neben der Prüfungsleistung, sondern deren Arbeitsgrundlage. Die erste Forschungsfrage - Branche und ihre Herausforderungen im Kontext der Circular Economy - ergibt sich aus der Gesamtsicht des Posters, die zweite aus dem unmittelbaren Nebeneinander beider Unternehmen in denselben Feldern. Für die dritte, individuelle Forschungsfrage wählt jede und jeder Studierende eines der beiden Unternehmen und entwickelt die Empfehlungen dort, wo der Canvas Lücken oder rote Punkte zeigt.
Reflexion im Plenum (Abschlusssitzung)
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An welcher Stufe Ihrer Kette hätte Zirkularität die größte Wirkung - und warum ist der Widerstand ausgerechnet dort am größten?
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Welche Ihrer Empfehlungen scheitern nicht an der Technik, sondern am Geschäftsmodell, Einkaufspreis etc.?
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Woran haben Sie im Semester erkannt, ob „Ihre“ Unternehmen tatsächlich zirkulär wirtschaften oder überwiegend darüber sprechen?
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Welche Felder Ihres Canvas sind leer geblieben, weil schlicht nicht berichtet wird - und was sagt diese Lücke aus?
- Welchen Zielkonflikt zwischen ökologischer, sozialer und ökonomischer Dimension mussten Sie am Ende akzeptieren?
Benötigtes Material
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Circularity Canvas je Team als Poster
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Moderationskarten in vier Farben: Aktivität, Quelle und Evidenzgrad, Barriere, offene Frage
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Rollenkarten für die Peer-Challenge: NGO, Regulierungsbehörde, Investorin, Endkundin, Tier-2-Lieferant
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Rote Klebepunkte zur Markierung nicht belegbarer Aussagen
- Skripte der Vorlesungen, CBS Style Guide und AI Policy